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Dieses Mosaik befindet sich in der Zeno-Kapelle der Kirche Santa Prassede in Rom. Es zeigt Bildnisse von Frauen, die in der frühen Kirche führende Rollen innehatten: Rechts die Hl. Pudentiana, neben ihr die Hl. Maria, Mutter Gottes, gefolgt von der Hl. Praxedis. Ganz links eine Frau mit rechteckigem Heiligenschein. Dies ist ein Hinweis darauf, dass die abgebildete Person zur Zeit der Anfertigung des Bildes noch am Leben war. Es handelt sich um Theodora, die Mutter des Papstes Paschalis I, der von 817 bis 824 regierte und der auch dieses Mosaik anfertigen lassen hatte.

Der Schriftzug "Theodora Episcopa" über ihrem Bild ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. In jenen Kreisen der Kirche, wo eine Frau im Bischofsamt noch immer nicht vorstellbar ist, wird "Episcopa" oft lediglich als Ehrentitel für die Mutter des Papstes oder als "Frau des Bischofs" interpretiert. Dem entgegen lässt sich jedoch urkundlich belegen, dass Theodoras Ehemann Bonosus kein Bischof war. Daraus und aus der Tatsache, dass der Titel dem Namen nachgestellt ist, kann geschlossen werden, dass es sich um einen Amtstitel handelt (Ute Eisen: Amtsträgerinnen im frühen Christentum). Aufgrund ähnlicher Argumente ist auch die Theologin und Archäologin Dorothy Irvin überzeugt, dass Theodora tatsächlich das Bischofsamt innehatte - als eine von vielen Amtsträgerinnen in der frühen Kirche.